Beeindruckendes Gedenkkonzert
Die Schüler der 6. bis 8. Klassen des Stiftsgymnasiums Seitenstetten waren in den Maturasaal zu einer Konzertmatinee geladen.
Verfolgt, vertrieben, ermordet! 1938 verloren umjubelte Publikumslieblinge aus allen Genres der Kunst ihre Heimat – und Österreich mit ihnen ein Stück Kultur! Für viele gab es in der Heimat kein Wiedersehen, für manche auch den Tod im Konzentrationslager. Einigen dieser jüdischen Künstlern aus dem Bereich Musik war dieses Gedenkkonzert am 12. Februar im Maturasaal des Stiftes gewidmet, das von den Professoren Harald Tanzer und Manuela Weiss eingefädelt wurde.
Der Violinvirtuose Fritz Kreisler weigerte sich für die Nazis zu musizieren, Viktor Ullmann wurde in Auschwitz ermordet, Erich Zeisl musste wie Georg Perlman in die USA emigrieren, auch Georg Kreisler wanderte aus, kehrte aber wie Hermann Leopoldi nach Europa zurück. Am Konzertprogramm standen Werke dieser Komponisten, wie etwa Fritz Kreislers berühmtes „Liebesleid“ oder auch George Perlmans „Nocturne“ aus seinem Israelischen Konzert – großartig dargeboten von Karl Aichberger auf der Violine und von Andrea Linsbauer am Klavier begleitet.
Besonders beeindruckend interpretierte der Bassist Michael Wagner aus Viktor Ullmanns im Konzentrationslager Theresienstadt komponierten „Der Kaiser von Atlantis“ das bedrückende Lied „Ich bin der Tod“ ; gerade dieses Werk gilt als musikalisches Mahnmal gegen das Vergessen des Holocausts. Die Fritz-Kreisler Spezialistin Andrea Linsbauer erzählte über ihr EU-Stipendiat zu Kreisler in Washington, Josef Penzendorfer berichtete in seiner Moderation über die Lebensgeschichten der Komponisten, zuletzt wurden von den Protagonisten auch Schülerfragen beantwortet. Die musikalisch „triste“ Stimmung wurde zuletzt mit Georg-Kreisler-Liedern wie „Tauben vergiften“ oder „Triangel“ voller schwarzem Humor aufgehellt.
Artikel aus den NÖN von Josef Penzendorfer
Schülerstimmen zum Konzert „Fritz Kreisler und seine Zeit“
„Ich finde das Thema sehr berührend und außerordentlich wichtig. Besonders beeindruckt hat mich die Vielfältigkeit der einzelnen Stücke. Die Moderation war sehr interessant und die Musik kurzweilig und schön.“
„Ich war positiv überrascht von der Umsetzung dieses doch sehr schweren Themas.
Die Liedertexte waren trotz ihres teilweise sehr schwarzen Humors teilweise wirklich lustig.“
„Michael Wagner hat die Stücke sehr gut interpretiert und mit viel Humor gestaltet.“
„Für mich war es interessant zu erfahren, wie viele österreichische Künstler:innen wirklich aufgrund des Nationalsozialismus fliehen mussten und wie viele Künstler:innen Österreich dadurch verloren hat.“
„Die Programmauswahl fand ich besonders gelungen, da sowohl ernstere als auch heitere Lieder gewählt wurden. Die Abwechslung der Instrumentalstücke mit Gesangsstücken gefiel mir. Dank der Moderation konnte man den Themen der Musikstücke gut folgen.“
„Die Interpretation durch die Künstler:innen war sehr eindrücklich und eswar gut, auch ihre eigenen Gedanken zu dieser Musik zu hören.“