Theolympia Erfolge bei Essays und Postcard-Challenge
Tolle Platzierungen erreichten unsere Schülerinnen heuer bei Theolympia und bei der Postkarten-Challenge.
Bei Theolympia siegte Laura Steindl, Johanna Pfusterschmid und Tim Hochwallner belegten die Plätze 3 und 5.
Auch bei der Postkarten-Challenge konnte der erste und der zweite Platz eingefahren werden.
Wir gratulieren ganz herzlich!
Persönliche Eindrücke
Die Teilnahme an der Theolympia 2026 war für mich eine besondere und sehr bereichernde Erfahrung. Das Thema „Dankbarkeit – Tugend oder Taktik?“ hat mich dazu angeregt, über etwas nachzudenken, das im Alltag oft selbstverständlich erscheint. Welche Bedeutung hat Dankbarkeit für unser Zusammenleben, und geschieht sie aus echter Wertschätzung oder manchmal auch aus strategischen Gründen?
Theolympia bietet jungen Menschen die Chance, eigene Gedanken zu entwickeln und gesellschaftlich relevante Fragen kritisch zu reflektieren. Dieser Prozess war für mich nicht nur fachlich interessant, sondern auch persönlich bereichernd.
Ein Höhepunkt war die Preisverleihung. Gemeinsam mit unserem Religionslehrer P. Matthäus Kern und zwei weiteren Schülerinnen bzw. Schülern unserer Schule durfte ich nach St. Pölten fahren. Umso größer war die Freude, als wir erfuhren, dass unsere Schule gleich mehrere erfolgreiche Platzierungen erreicht hatte: Gemeinsam mit Johanna Pfusterschmied (3. Platz) und Tim Hochwallner (5. Platz) durfte ich den 1. Platz in der Kategorie „Essay“ entgegennehmen. Diese Auszeichnung hat mich sehr gefreut und zeigt, dass sich die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema gelohnt hat.
Besonders in Erinnerung bleiben mir die Begegnungen mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie die wertschätzende Atmosphäre der Veranstaltung. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich junge Menschen an dieselbe Fragestellung herangehen und welche Gedanken sie in ihren Arbeiten entwickelt haben.
Von Theolympia nehme ich vor allem die Erfahrung mit, dass es sich lohnt, über grundlegende Werte wie Dankbarkeit nachzudenken und eigene Standpunkte zu formulieren.
Laura Steindl, 7A
Am 10. Mai durften wir an der Preisverleihung der Postcard-Challenge im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten teilnehmen. Im Religionsunterricht und auch im Fach Kunst und Gestaltung hatten wir zuvor die Möglichkeit, unsere Clips zu einem vorgegebenen Thema zu gestalten. Unsere Siegergruppe aus der 5A entschied sich dabei für die Frage: „Gibt es noch Wunder?“
Beim Brainstorming für die Geschichte kamen uns dazu viele Gedanken. Wir begannen, uns genauer mit dieser Thematik zu beschäftigen. Sowohl während der Arbeit an unserem Projekt als auch im privaten Alltag setzten wir uns intensiv mit dieser Frage auseinander. Dabei fiel uns auf, wie oft sie eigentlich in unserem Leben auftaucht, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Häufig geht es um kleine Dinge wie: „Gibt es noch Hoffnung, meine Schulnote zu retten?“ oder „Gibt es noch Hoffnung, den Zug heute noch zu erwischen?“
Darüber hinaus wurde uns bewusst, dass wir nur selten über vieles nachdenken, was für uns selbstverständlich geworden ist. Nur selten fragen wir uns: „Gibt es eigentlich noch Hoffnung für unsere Erde, ihre Ressourcen und das Klima?“
Wir wurden uns nicht nur dieser Fragen stärker bewusst, sondern konnten mit unseren Beiträgen auch besonders erfolgreich abschneiden: Wir Schülerinnen und Schüler der 5A&B erreichten den 1. und 2. Platz in der Kategorie „Clip“. Bei der feierlichen Veranstaltung waren viele Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen anwesend, die ihre kreativen Beiträge in den Kategorien „Clip“, „Snapshot“, „Theolympia“ und weiteren Wettbewerben eingereicht hatten. Es hat uns beeindruckt, wie unterschiedlich junge Menschen an solche Fragen herangehen. Die Preisverleihung war für uns eine spannende und schöne Erfahrung, bei der wir viele interessante Projekte kennenlernen konnten.
Alina Putscher, 5A
Essay von Laura Steindl
Ein leeres Gebet
„Wenn das einzige Gebet, das du während deines ganzen Lebens sprichst, „Danke“ heißt, würde das genügen.“
Meister Eckhart
Weihnachten würden viele Kinder wohl als das schönste Fest im Jahr bezeichnen: Die ganze Familie kommt zum Festmahl zusammen, das Haus riecht nach Tannennadeln und Keksen, und im Gottesdienst wird wie jedes Jahr das Krippenspiel aufgeführt. Es sind die „besinnlichen Feiertage“, von denen in Werbungen, Predigten und Gesprächen ständig die Rede ist.
Wer so denkt, denkt falsch.
Dieses Bild ist eine Traumvorstellung. Spricht man am 23. Dezember mit Kindern – oder auch mit Erwachsenen – über den Heiligen Abend, drehen sich die Gedanken selten um Gemeinschaft, Dankbarkeit oder gar Gott. Sie kreisen um Wunschlisten, Liefertermine und darum, ob das ersehnte Geschenk auch wirklich unter dem Christbaum liegen wird. Weihnachten ist längst kein Fest der Dankbarkeit mehr, sondern ein Ritual des Erwartens geworden: Man erwartet Geschenke, Aufmerksamkeit, Perfektion. Dankbarkeit wird dabei oft nur noch behauptet, nicht mehr gelebt.
Das bloße Aussprechen des Wortes „Danke“ wirkt dabei für viele wie ein Schutzschild. Ein schnelles „Danke“ soll genügen, um jede mögliche innere Undankbarkeit auszulöschen. Doch Dankbarkeit zeigt sich in den wenigsten Fällen durch Worte. Worte sind billig, besonders dann, wenn sie keine Konsequenzen haben. Echte Dankbarkeit hingegen kostet Zeit, Mühe und die Bereitschaft vielleicht sogar mehr zu geben, als man bekommen hat.
Ein Beispiel: Meine Oma schenkt mir zu Weihnachten ein Paar selbst gestrickte Socken. Sie sind ein paar Nummern zu klein, die Farbe gefällt mir nicht und die Wolle kratzt unangenehm an den Füßen. Ich habe nun zwei Möglichkeiten, meine Dankbarkeit auszudrücken – zwei Wege, die unterschiedlicher nicht sein könnten und mehr über mich als Mensch aussagen, als mir vielleicht lieb ist.
Variante A besteht aus einem kurz angebundenen „Danke, Oma“, während ich mich bereits mit gierigen Fingern dem nächsten Geschenk zuwende, dessen Verpackung verdächtig nach einem neuen iPhone aussieht. Das „Danke“ ist gesagt, die Pflicht erfüllt, das Gewissen beruhigt. Dieses „Danke“ habe ich nicht für meine Oma, sondern für mein Gewissen ausgesprochen. Dieses „Danke“ ist wetlos.
Der andere Weg wäre es, nach dem „Danke“ sich Gedanken zu machen, Zeit zu investieren, die Oma zu besuchen, ihr selbstgebackene Kekse vorbeizubringen oder einfach zuzuhören. Ja, dieser Weg ist anstrengender, und scheint für viele übertrieben. Aber er ist zumindest ehrlich. Dakbarkeit kann man nicht aussprechen – man muss sie leben.
Doch Dankbarkeit beschränkt sich nicht nur auf familiäre Gesten oder persönliche Beziehungen. Auch gesellschaftlich wird das Wort „Danke“ inflationär gebraucht – und gleichzeitig entwertet. Politiker bedanken sich für „Solidarität“, während soziale Ungleichheiten wachsen. Unternehmen bedanken sich für „Verständnis“, wenn sie Preise erhöhen oder Arbeitsplätze abbauen. Das „Danke“ wird zur Floskel, die Verantwortung ersetzt. Es klingt freundlich, ändert aber nichts.
Auch religiös ist Dankbarkeit oft zu einer bloßen Formsache geworden. In Gebeten, Liedern und Liturgien wird Gott gedankt – für Gesundheit, Erfolg oder Sicherheit. Doch selten folgt daraus eine echte Konsequenz für das eigene Handeln. Dankbarkeit gegenüber Gott müsste bedeuten, Verantwortung für die Welt zu übernehmen, die man als Geschenk versteht. Wer dankbar für das Leben ist, kann nicht gleichgültig bleiben gegenüber Leid, Ausgrenzung oder Ungerechtigkeit.
Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob Dankbarkeit überhaupt erlernbar ist oder ob sie bloß ein Gefühl bleibt, das kommt und geht. In einer Welt, die auf Effizienz und Nutzen ausgerichtet ist, erscheint Dankbarkeit oft zwecklos. Sie bringt keinen unmittelbaren Vorteil, keinen messbaren Gewinn und unterbricht den Kreislauf von Haben, Wollen und Mehr-Haben. Diese Haltung steht im radikalen Gegensatz zu einer Konsumkultur, die vom Mangel und vom Wettbewerb lebt.
Ein „Danke“, das nur als Schutz vor Konsequenzen dient, ist kein Gebet, sondern eine Ausrede. Meister Eckharts Aussage wird oft missverstanden: Wenn das einzige Gebet unseres Lebens „Danke“ heißt, dann genügt das nicht. Es genügt nur dann, wenn dieses auch Spuren hinterlässt – in unserem Verhalten, in unseren Entscheidungen und im Umgang mit anderen Menschen. Alles andere ist zwar gut gemeint, doch dient nur dem eigenen Gewissen.